Frisch auf den Tisch – gesund kochen

Und es hat Zoom gemacht! Meine Gaumenknospen werden in diesem Jahr nun anders verwöhnt, und das verdanke ich zwei Ereignissen, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe. Dazu muss ich ein wenig ausholen …

Gesund kochen  – der erste Teil der Vorgeschichte

Ich habe zwei Kinder und koche fast täglich. Manchmal essen sie auch in der Schule. Aber ansonsten war diese tägliche Raubtierfütterung oft kein Vergnügen. Eines der beiden Kinder hatte reichlich oft etwas auszusetzen. Gerade das Töchterchen ist das, was meine hanseatische Großmutter als „krüsch“ bezeichnet. Wie einst Sally im Film „Harry und Sally“ hatte die junge Dame schon als Baby sehr eigene Vorstellungen davon, wie sie ihre Mahlzeiten einzunehmen gedachte. Es war laut? Prompt wollte das Kind nicht gestillt werden. Schon bei den ersten Breien vermied sie alles, was Vitamine hat. Die Möhre wurde sofort ausgespuckt. Pastinake erwähne ich lieber nicht.

Obst und Gemüse? „Apfel nein“ war einer der ersten Zwei-Wort-Sätze. Apfelmus daher tabu. Als „Pfannkochensoße“ aß das Kindergartenkind dann das süße Zeug mit einem Hauch Vitamin. Als Grundschülerin erklärte sie: „Ich esse Kartoffeln. Aber nur Bio-Linda.“ Pizza, Nudeln „mit ohne Soße“ und Pfannkuchen … das ging ohne Protest. Der Kinderarzt versicherte, dass sie keinen Skorbut bekäme, jedes Kind würde schon irgendwie satt. Nun ja. Es war trotzdem oft anstrengend für jemanden zu kochen, der fast alles zur Seite schob. Der wesentlich genügsamere Bruder war da ein kleiner Ausgleich für meine Nerven, aber die Essenspläne der Familie waren   –  ein wenig einseitig: Irgendwas, was schnell zu zubereiten ist und wenig Gemotze auslöst. Pizza, Nudeln pur und eben Bio-Linda. Mit Quark.

Gesund kochen - nicht so einfach

Nur der Sonnenteller, kleine Tomaten und Nudeln – so musste das sein (c) Silke Plagge

Gesund kochen  –  der zweite Teil der Vorgeschichte

Noch etwas beeinflusste mein Kochen sehr: Seitdem ich wieder Single bin, koche ich oft auch nur für eine Person. Denn die Kinder essen nicht nur in der Schule, sondern an einigen Tagen ja auch bei ihrem Vater. An diesen Tagen hatte ich gar keine Lust in der Küche zu stehen. Ich hatte wenig Appetit und kein Interesse, mich wirklich mit ausgewogener Ernährung zu beschäftigen. Gab genug anderes, mit dem ich mich auseinander setzen musste. An einigen Tage vergaß ich das Essen. An anderen schmiss ich irgendetwas in die Pfanne. Sollte schnell gehen und sättigen. Auch das war nicht so viel abwechslungsreicher als das Kinderessen. Zucchini mit Knobi und eben Bio-Linda. Mit Quark.

Gesund kochen  – einfach und schnell

Einiges muss im neuen Jahr anders werden. Das entschied ich im Dezember 2o17. Silvester feierte ich mit Freunden. Und gemeinsamen Kochen. Jeweils drei Wok-Gerichte waren schon vorbereitet und in kleinen Gruppen brutzelten wir etwas Schnelles. Und köstliches. Komisch, an den Wok hatte ich schon lange nicht mehr gedacht. Aber ich war begeistert. Denn genau das hatte mir gefehlt. Gesundes, knackiges Essen, das nicht so lange zubereitet werden muss. Ohne Nudeln. Und ohne Bio-Linda. Dafür mit den Aromen von Koriander, einem Hauch Ingwer und Zitronengras. Ich bekam Lust auf mehr davon und darauf zu experimentieren.

Frisches Rindfleisch, scharf angebraten, dazu Möhren, Sojasprossen, Erbsenschoten und ein paar Pilze: das servierte ich dann ein paar Tage später dem Nachwuchs. Und dann das zweite unerwarte Erlebnis: Sie mochten es. Alle beide! „Mama, wir probieren jetzt ganz viele Gemüsesorten aus. Und Gewürze, das ist so lecker,“ verkündete die Tochter. Gemeinsam fassten wir einen Essensbeschluss. Ab jetzt werden wir mehr frisch kochen. Und nicht nur mit dem Wok. Auch mit Bio-Linda. Auf jeden Fall ohne Motzen und Quaken.

Gestern gab es ein Gericht, das ich schon lange gern mochte. Ideal für kalte Wintertage  – aber ich hatte es ewig nicht gekocht. Denn trotz der Kartoffeln wurde da früher gemeutert. Der Auflauf war ratzfatz aufgegessen. Ohne meckern. Ich bin begeistert, denn 2018 wird kulinarisch ein spannendes Jahr! Hier für alle Neugierigen das Auflaufrezept:

Gesund kochen - Kartoffelauflauf

Knuspriger Auflauf – schmeckt sogar Kindern! (c) Silke Plagge

Rezept für Kartoffelauflauf mit Apfelkruste:

(Für 4 Personen)
2 Stangen Lauch

gut 1kg Kartoffeln (geht auch mit Bio-Linda)
100 g Sahne
1 Bund frischer Majoran
2 säuerliche Äpfel
200 g Käse (Bergkäse)
40 g Sonnenblumenkerne
20 g Butter

Kartoffeln vorkochen, Pellen und in Scheiben schneiden. Lauch putzen, in Ringe schneiden und in der Sahne ein wenig weich kochen. Lauch und Kartoffelscheiben in einer Auflaufform mischen und mit Salz und Pfeffer etwas würzen. Majoran fein hacken, Apfel fein würfeln. Käse reiben. Apfelstückchen, Majoran, Käse und Sonnenblumenkerne mischen und mit Pfeffer verfeinern. Diese Mischung auf Lauch und Kartoffeln geben und Butter in kleinen Flöckchen darauf setzten. Ab in den Ofen, bei 200 Grad ca. 40 Minuten, bis die Oberfläche lecker knusprig ist.

 

 

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