Allein im Hotel in Hamburg – #ersteMale

Allein im Hotel? Früher undenkbar. Am liebsten mochte ich mit anderen verreisen. Als Single fürchtete ich mich vor Einsamkeit, besuchte Bekannte in anderen Ländern oder fuhr mit Freunden weg. Dann folgten Reisen als Paar und als Familie, meist in Ferienhäuser. Wichtiger als das Urlaubsziel waren Fragen wie: Ist es weit zu einer Badestelle? Passt die Umgebung zu einer Familie mit Kleinkindern?

Und nun wurde ich eingeladen. Zu einem Workshop. Ich darf ganz allein ein wunderbares Hotelzimmer haben. Ob ich Lust habe? Klar, sofort. Das Ziel ist mir gar nicht wichtig. Ich freue mich über die Einladung, denn die Inhalte klingen spannend. Dann stutze ich. Es geht nach – Hamburg. Stopp. Urlaub in der eigenen Heimat? Das habe ich noch nie gemacht. Ok, dann ist es jetzt wohl so weit: Ich wage ich mich an die versprochene Challenge #ersteMale. Zum ersten Mal allein im Hotel in der Stadt, in der ich lebe.

Am Abreisetag komme ich mir irgendwie komisch vor: Mit der Reisetasche aufbrechen und in der Hamburger Hafencity landen. Als ich aus der U-Bahn komme, begrüssen mich laute Möwenschreie und ein knallblauer Himmel. Ich atme tief ein. Hafenluft. Eine besondere Mischung aus Schlick, Moos und einer Prise Diesel. Luft, die mich an meine Kindheit, an verbotene Spiele an der Weser erinnert.

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Hafenimpressionen und ein Selfieversuch ©S. Plagge

Beim Einchecken an der Rezeption grinst die freundliche Dame, als ich ihre Frage nach meinem Wohnort beantworte. „Na, Sie sind wohl dienstlich hier.“ Ja, naja. Irgendwie schon. Aber ich bin auch im Hotel, weil ich mich als Hamburgbesucherin fühlen möchte. Und weil ich Lust habe im  25h Hotel zu übernachten. Maritim trifft auf hip, so lässt sich die Inneneinrichtung kurz beschreiben.

Aber es sind vor allem die liebevollen Details, die mich begeistern. Die Zimmer werden Kojen genannt und dort angekommen, freue ich mich als erstes über den Schreibtisch. Ein Gefühl wie auf dem Schiff.

25h Hotel, Hotel in Hamburg

Schreibeckchen im 25h-Hotel ©S. Plagge

Ich öffne das Fenster und sehe ein Postkartenmotiv. Ein direkter Blick auf die Elbe und ein Kreuzfahrtschiff. Dann mache ich mich auf, die anderen Teilnehmerinnen des Workshops kennen zu lernen. Es sind tolle Frauen, die über Lifestyle, Mode und Familienthemen bloggen. Ein paar von uns machen später einen Spaziergang. Zeit zum Riesenrad fahren, Lästern über die Elbphilharmonie und Sinnieren über Zeit für sich. Noch eine kleine Hafenrundfahrt oder lieber einfach den lauen Sommerabend genießen? Die Elbstadt präsentiert sich von ihrer schönsten Seite. Und ich Stadtrandbewohnerin merke, dass ich viel zu selten die Sehenswürdigkeiten der City sehe. Heute Abend jedenfalls sitze ich einfach an der Elbe, genieße das Abendlicht und die leichte Brise.

Hafencity Hamburg, Sommer in Hamburg, Riesenrad

Der Blick aus dem Hotelfenster ©S. Plagge

Und dann freue ich mich auf diese Nacht im Hotel. Ich bin nicht allein im Zimmer, stelle ich fest. Direkt neben dem Bett lächelt mich ein Kuschelschaf an, und eine Wärmflasche könnte für eine heiße Nacht sorgen. Es ist so herrlich ruhig. Ich habe die alleinige Herrschaft über die Fernbedienung und kein kleiner Mensch erwartet, dass ich noch Anweisungen zum Zähneputzen erteile oder Lieder singe.

Die Minibar ist gut ausgestattet. Wenn ich Lust habe, kann ich jetzt Chips im Bett essen, einen schnulzigen Film gucken oder noch viel aufregender: den Roomservice bestellen. Mir Champagner bringen lassen. Oder sollte ich noch mal nach unten gehen? Eine Liveband spielt, es gibt sicher noch coole Drinks und vielleicht findet sich ja auch interessante Gesellschaft? So viele Möglichkeiten. Doch dieses einladende Kissen, das mit mir die Nacht verbringen möchte, ist besonders verlockend. Um 23 Uhr kuschle ich mich ins Bett. Ich schlafe wunderbar und träume von einer Reise auf dem Meer.

Allein im Hotel? Nicht ganz. Mit Kuschelschaft, Kissen, Wärmflasche

Verführerisches Bett ©S. Plagge

Am nächsten Morgen wache ich früh auf. Und muss nur dafür sorgen, dass ich rechtzeitig fertig bin. Ich könnte glatt noch ein paar Tage länger hier bleiben. Ich habe mich geborgen gefühlt. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, die eigene Stadt mit anderen Augen zu sehen. Ans Wasser kann ich ja eigentlich jeden Tag. Und doch fahre ich viel zu selten an die Elbe oder an die Alster, meist nur dann, wenn Besucher kommen.

Es ist aber vor allem das Urlaubsgefühl, das mir gefallen hat. Es war nur eine Nacht und doch komme ich mir unglaublich weit weg vor. Ein fremdes Bett, neue Eindrücke und die vielen Möglichkeiten. Keine Fremdbestimmung. Ein breites Bett nur für mich. Erholung, tatsächlich nur durch so eine kurze Auszeit, das hätte ich nicht gedacht. Wenn ich wieder den Kopf mal wirklich freibekommen möchte, dann werde ich wieder nach Hamburg reisen.

Allein im Hotel und zwar in diesem: 25h Hotel, Hafencity, Hamburg

Heimathafen für eine Nacht in Hamburg ©S. Plagge

Über den Workshop und die interessanten Begegnungen berichte ich natürlich auch noch. Mehr Infos über das Hotel: 25h Hafencity.

* Eingeladen wurde ich von Rossmann und Dove

 

2 thoughts on “Allein im Hotel in Hamburg – #ersteMale

  1. Susi

    In dem Hotel war ich auch schon – zweimal. Ich fand es auch toll, und die Lounge super zum Arbeiten.

    Ich bin gespannt auf deinen Bericht, ich konnte ja leider nicht. Schnief!

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    • Silke R. Plagge Post author

      Schnief, ich hätte dich so gern „in echt“ kennen gelernt … Aber irgendwann schaffen wir das 🙂
      Der Bericht folgt!
      Alles Liebe, Silke

      Reply

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