Richtiges Sitzen: mein neuer Kumpel Ongo

Richtiges Sitzen hört sich gut an, ist in der Praxis aber eher seltener der Fall. Und überhaupt: Was heißt Richtiges Sitzen? Immer schön gerade? Nein, ein bisschen rumhampeln, mal nach links, rechts, hinten, vorne. Wer zappelig ist, macht es genau richtig. Das ist die Theorie. In meinem Leben habe ich an langen Schreibtagen meinen  alten, aber sehr guten Bürostuhl aus der Kammer gekramt. Der wohnt da, weil er keine wirkliche Schönheit ist. Und ich sowieso nicht immer nur den ganzen Tag drauf sitze, sondern auch oft von einem Termin zum nächsten rase. Meistens sogar auf dem Fahrrad, weswegen ich dann auch auf einem normalen Stuhl sitze, wenn ich anschließend etwas texte. Radfahren ist ja auch Rückensport. Reicht dann ja.

Richtiges Sitzen: einfach mal zappeln

Auf einem dieser Termine habe ich dann meinen neuen Kumpel kennengelernt: Ongo. Ein weißer Hocker, der so gar nicht nach Bürostuhl aussieht. Sein weißer runder Fuß hat aber ein Geheimnis. Der Boden besteht aus einem harten Kunststoff, der sich nach außen wölbt, was man allerdings nicht sieht. Aber man fühlt es, und zwar sofort. Sobald man auf der Sitzfläche landet, fängt Ongo an zu kippeln. Wenn die eigenen Beine schön fest auf dem Boden stehen, führt die leichteste Bewegung mit der Hüfte dazu, dass meine Rückseite sanft nach rechts, links, vorne oder hinten neigt. Schon wird alles ein kleines bisschen gedehnt. Und irgendwie bleibt der untere Teil des Rückens dabei noch hübsch gerade, was gleichzeitig die Haltemuskulatur fordert. In den ersten Tagen, als Ongo hier bei mir einzog, setzte ich mich immer nur einige Stunden, nicht gleich den ganzen Tag drauf, um mich erst mal daran zu gewöhnen. Inzwischen immer, wenn ich etwas länger am Tisch sitze.

Aktiv Sitzen Gesund sitzen Rücken Ongo

Kippeln erwünscht! Das hält die Rückenmuskulatur fit. Foto: ©Ongo

 

Ein Hocker wird heiß begehrt

Weil mein neuer Ongo wirklich viel besser aussieht als der alte Bürostuhl, darf er sogar im Wohnzimmer wohnen. Da kann ich ihn mir schnell mal greifen und zwischendurch beim Nachrichtenschauen auch ein bisschen rumkippeln. Was ich nicht bedacht hatte: Ongo ist ein Publikumsmagnet. Jeder, der hier zum ersten Mal in die Wohnung kommt, fragt: „Oh, was ist das denn?“ Kaum biete ich meinen Gästen an, sich mal auf den Stuhl zu setzen, kriege ich sie nicht mehr davon runter. Und dabei habe ich den Special-Effect noch gar nicht rausgeholt. Unten am Fuß hat mein Ongo-Kumpel eine Laufbahn für eine kleine Kugel, die aber noch brav in der Schublade liegt. Per Bewegung könnte man die kleine Kugel im Kreis nach links und rechts kullern lassen. Das soll einen dazu motivieren, sich noch mehr zu bewegen. Nur, wer soll dabei noch arbeiten können?

 

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