Rezepte von Stevan Paul: ein Mann mit Geschmack

Letzte Woche hat uns Stevan Paul, unser Lieblings-Bloggerkollege aus der kulinarischen Ecke, ein Interview gegeben – aber das war noch nicht alles! Denn Stevan ist ja nicht nur gelernter Koch, Schriftsteller, Blogger und Foodstylist, er hat auch ein paar wunderbare Kochbücher geschrieben. Seine drei Lieblingsrezepte hat er hier für uns und euch zusammengestellt. Alle Zutaten sind für vier Personen berechnet. Vielen Dank, Stevan, und guten Appetit euch allen!

Aus dem Camping-Kochbuch „Open Air“:

FALSCHER PFIRSICHKUCHEN

Gegrillte (!), leicht karamellisierte Pfirsiche toppen den falschen Pfirsichkuchen, der wie ein extrem köstlicher Pfirsichkuchen schmeckt und alles hat, was ein echter Pfirsichkuchen braucht (knusprigen Boden, feine Creme, süße Pfirsiche). Der einzige Grund, warum er als „falsch“ betitelt wird, ist der Umstand, dass er im Glas zum Auslöffeln gereicht wird. Ungerecht, finden wir.

Rezepte von Stevan Paul

Klappt auch ohne Ofen: falscher Pfirsichkuchen (c) Brandstätter Verlag

ZUTATEN

4 Pfirsiche oder Nektarinen, 2 TL brauner Zucker (ersatzweise Zucker), 400 g griechischer Joghurt, 100 g Frischkäse, 1 EL Zitronensaft, 1 EL flüssiger Honig, 8 Shortbread-Mürbteig-Kekse (ca. 160 g)

ZUBEREITUNG

Die Pfirsiche halbieren und mit den Schnittflächen nach unten in eine Grillschale oder auf den sauberen Grillrost setzen. Bei mittlerer bis milder Gluthitze und geöffneter Luftzufuhr 5 Minuten grillen. Wenden, mit braunem Zucker bestreuen und zugedeckt weitere drei Minuten grillen. Lauwarm abkühlen lassen, dann grob stückeln.

Joghurt und Frischkäse mit Zitronensaft und Honig glatt rühren. Kekse zerbröseln und auf Gläser oder Becher verteilen. Frischkäsemasse auf dem Keksbruch verteilen und mit den Pfirsichen toppen.

Aus „Deutschland vegetarisch“:

FRANKFURTER GRÜNE SAUCE MIT PELLKARTOFFELN UND EI

Die „Grie Soss“, munkeln die einen, habe Goethes Mutter Catharina Elisabeth (1731–1808) erfunden, andere Saucenliebhaber verweisen auf das Frankfurter Kochbuch der Wilhelmine Rührig von 1860, dort sei zumindest nachweislich das erste gedruckte Rezept zu finden. Heute hütet jede Frankfurter Küche ihr eigenes „Original-Rezept“. Dies ist eines davon.

Frankfurter Sauce mit Eiern

So schmeckt der Frühling: traditionelles Veggie-Festmahl aus Hessen © Kamp + Gölling/Brandstätter Verlag

ZUTATEN
1 kg neue Kartoffeln, Salz, 1 Eigelb (M), ca. 2–5 TL Weißweinessig, 1 TL scharfer Senf, 120 ml Sonnenblumenöl, 1 Bund Schnittlauch, 1 Beet Kresse, 1 Bund Petersilie, 1 Bund Kerbel, 1 kleiner Bund Sauerampfer, 1 Bund Pimpinelle, 1 kleines Bund Borretsch (wahlweise Dill oder Estragon), 450 ml Sahnejoghurt, 100 ml Vollmilch, 8 Eier (M), Kresse vom Beet, Schnittlauchröllchen

ZUBEREITUNG

Kartoffeln in Salzwasser bissfest garen.

Alle Zutaten für die Mayonnaise sollten Zimmertemperatur haben: Eigelb mit 1 TL Essig, Senf und einer Prise Salz glatt rühren. Öl unter ständigem Rühren mit den Quirlen des Handrührgerätes erst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl zügig unterrühren. Die Mayonnaise kalt stellen.

Schnittlauch waschen und in feine Röllchen schneiden. Kresse vom Beet schneiden. Die übrigen Kräuter entstielen, waschen, grob hacken, zur Mayonnaise geben und mit dem Schneidestab fein pürieren. Schnittlauch, Kresse, Joghurt und Milch zugeben und glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit 1–3 TL Essig nach Geschmack leicht säuerlich abschmecken.

Kartoffeln abgießen, kalt abschrecken und pellen. Eier anpieken und in kochendem Wasser mit einem Spritzer Essig 8–9 Minuten garen. Herausnehmen, kalt abschrecken, pellen und mit den Kartoffeln zur Grünen Sauce servieren. Mit Kresse und Schnittlauch garnieren.

VARIANTEN

Grüne Sauce passt nicht nur zu Ei, sondern schmeckt auch zu gekochtem grünem oder weißem Spargel ( S. 36) hervorragend oder, ganz rustikal, zu Bratkartoffeln. Tipp: Aus Frankfurts grünen Gärten zwischen Oberrad, Deutschherrnufer und Sachsenhausen kommt die traditionelle Kräutermischung, in weißes Papier gerollt, auf die Wochenmärkte. Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch sind die allgemein anerkannten Kräuter, gerade die Pimpinelle (kleiner Wiesenknopf) ist unverzichtbar für den typischen Geschmack der Sauce. Borretsch ist, besonders im Norden, nicht immer umstandslos erhältlich, das Gurkenkraut kann ausnahmsweise und nur heimlich durch Estragon oder Dill ersetzt werden.
Aus „Auf die Hand“

BURGER „THE ITALIAN“

Burger auf italienisch! Die saftigen Patties aus würzigem Salsicciabrät sind besonders schnell zubereitet, serviert im knusprigen Ciabattabrötchen mit Tomatenpesto, frischen Tomaten, Zwiebeln, Rauke und Oliven. Ein Angebot, das keiner ablehnen kann …

Rezepte Stevan Paul

Burger auf italienisch (c) Daniela Haug/Brandstätter Verlag

ZUTATEN

4 Ciabatta-Brötchen, 4–6 Salsiccia (ca. 400 g), Olivenöl zum Braten und Beträufeln, 1 kleiner Bund Rauke, 1 Tomate, Salz, Prise Zucker, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 1 kleine rote Zwiebel, 4 TL Tomatenpesto, 1 kleines Glas italienische Lieblingsoliven

ZUBEREITUNG

Ciabatta-Brötchen im 50 Grad warmen Ofen erwärmen. Salsiccia- Würste ausdrücken und aus dem Brät 4 längliche Burger-Patties formen. In einer Pfanne in 3 EL heißem Olivenöl von jeder Seite 3–4 Minuten braten.

Rauke waschen und trockenschleudern. Tomate in Scheiben schneiden, mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen. Zwiebel in Ringe schneiden. Brötchen längs halbieren, mit Tomatenpesto bestreichen und die Burger-Patties auflegen. Mit Tomaten, Zwiebelringen und Rauke toppen. Nach Geschmack noch mit frischem Olivenöl beträufeln. Mit Oliven servieren.

Produktinfo: Salsiccia ist eine grobe italienische Bratwurst, die sich auch auf deutschen Grills zunehmender Beliebtheit erfreut. Das grobe Brät ist besonders würzig, es wird meist mit Wein, Knoblauch, Fenchelsaat, Paprika und schwarzem Pfeffer abgeschmeckt. Salsiccia ist insbesondere während der Grillsaison beim gut sortierten Metzger vorrätig.

Mehr Info über Stevan Paul: www.nutriculinary.com

Mehr über seine Kochbücher auf der Verlags-Website www.brandstaetterverlag.com, Verwendung der Rezepte und Bilder mit freundlicher Genehmigung

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