Reisebloggerin Antje Zimmermann: „Einfach nur Urlaub, das gibt’s bei mir nicht“

Dass sie lieber auf der ganzen Welt zu Hause ist als an einem einzigen Ort, das wusste Antje Zimmermann (44) aus Köln schon früh. Bereits als Kind infizierte sie sich mit dem Fernwehvirus, und da waren die nächsten Schritte der Reise nur folgerichtig. Ihr Studium (natürlich mit Auslandssemestern) finanzierte sie sich als Reiseleiterin und Stewardess, und auch in ihrer Karriere als Journalistin kannte sie nur ein Ziel. Weit, weit weg und möglichst viel herumkommen.

Das ist ihr gelungen: Jahrelang war sie als Reiseexpertin und -reporterin für den WDR tätig, eine aufregende, aber auch aufreibende Phase. „Ich war irgendwann völlig ‚über-reist’“, erzählt Antje, „hatte kaum noch Zeit, persönliche Kontakte und Freundschaften zu pflegen, und sehnte mich nach etwas mehr Beständigkeit.“ Denn auch der Traumjob Reisejournalismus hat seine Tücken, sagt sie: „Man läuft Gefahr, abzustumpfen. Im ersten Luxushotel streichelst du noch den Marmor vor lauter Begeisterung, im hundertfünfundzwanzigsten nervt dich plötzlich die laute Klimaanlage.“ Zeit, einen Schritt kürzer zu treten: Seit 2016 hat Antje das Medium gewechselt und hat aus Liebe zum Reisen und Schreiben einen journalistischen Blog gestartet, der das Beste aus ihren vielen Recherchen präsentiert. Unter www.weltenkundler.com zeigt Antje ihre Lieblingsziele, schreibt nebenbei noch Bücher und ist nicht mehr gar so viel unterwegs wie früher. Das heißt? „Nur noch einmal alle zwei bis drei Monate, nicht mehr fünf Reisen in vier Wochen.“

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Aufregend muss nicht immer weit weg sein: Antje am Strand von Texel, Niederlande (c) privat

Auch eine Reisebloggerin muss sich mal erholen – aber dazu fährt sie nicht weg

Braucht man bei diesem schnell getakteten Leben nicht irgendwann auch mal Urlaub, Antje? Und wenn ja, wo? Da lacht sie: „Ganz ehrlich: Wenn ich unterwegs bin, dann bringe ich immer eine Geschichte mit. Falls ich wirklich mal Erholung brauche, bleibe ich auf meinem Balkon, lege die Füße hoch oder treffe mich mit alten Freunden und quatsche die Nächte durch!“ Und welche Reiseziele empfiehlt Antje für dieses Jahr? Exklusiv für 40-something hat sie eine Liste mit ihren aktuellen Favoriten gemacht, von ganz nah bis etwas weiter weg, für Singles, Paare und Familien – da möchten wir doch am liebsten gleich die Koffer packen! Danke, Antje …

Urlaub in Deutschland: zur Mandelblüte in die Pfalz

Wann? Zwischen Anfang März und Ende April. Denn in dieser Zeit finden die „Rosa Wochen“ in der Region statt, wo parallel zur Blüte gefeiert, gewandert und geschlemmt wird. Warum? Weil die Mandelblüte einfach unglaublich schön ist! Pures Weiß, zartes Rosa und intensives Pink – das Naturschauspiel entfaltet sich in der Pfalz genauso opulent wie auf Mallorca: Und verwandelt zu Beginn des Frühjahrs die Deutsche Weinstrasse in ein einziges Blütenmeer. Mit wem? Das rosa Leuchten ist natürlich die perfekte Gelegenheit für einen romantischen Kurztrip. Zu zweit diniert und nächtigt man ganz wunderbar im „Deutschen Weintor“. Hier mehr dazu lesen

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Jenseits von Malle: Blütenpracht in der Pfalz (c) Antje Zimmermann

Es muss nicht immer die Hauptstadt sein: Basel entdecken!

Wann? Im Mai. Denn bis zum 28. Mai 2017 gibt es eine große Sonderausstellung von Claude Monet in der Stadt. Warum? Basel ist geschichtsträchtig und modern zugleich. Historische Bauten stehen neben futuristischen Gebäuden. Basel ist sauber und gepflegt, wie es sich für die Schweiz gehört, und bietet dennoch ein pulsierendes Nachtleben. Die Stadt am Rhein ist alt und jung. Laut und leise. Weltoffen und traditionell zugleich. Der Kurztrip in die Schweizer Metropole bietet einfach die perfekte Mischung. Mit wem? Mit der besten Freundin. Denn die begeistert sich sicher genauso für Monets Seerosen und einen Sundowner an der „Basler Rivieria“. Den Beinamen trägt der Rhein bei Basel wegen seines hohen Freizeitwertes: Dank der besonderen Lage im Dreiländereck herrscht in Basel ein mediterranes Klima, das für badetaugliche Temperaturen sorgt. Lust auf Stadt und Kunst? Hier geht’s lang!

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Warum es am Rhein so schön ist? Unter anderem wegen Basel (c) Basel Tourismus

Reif für die Insel? – Auf nach La Graciosa!

Wann? Wie alle anderen Kanareninseln ist auch „La Graciosa“ ein Ganzjahresziel. Die Monate Juli und August sollte man aber besser meiden, da es dann selbst hier voll werden kann. Warum? Weil „La Graciosa“ nicht umsonst „die Anmutige“ heißt. So taufte der Seefahrer Jean de Béthancourt die kleine Insel, die er 1402 entdeckte. Im 19. Jahrhundert wurde das Eiland dann von Lanzarote aus besiedelt.  Heute leben 700 Menschen auf „La Graciosa“ und die Insel ist tatsächlich noch so etwas wie ein Geheimtipp. Wer freundliche Einheimische, authentische Dörfer und lange Strände sucht, wird hier glücklich. Anreise? Mit der Fähre von Lanzarote – nur so geht es nach „La Graciosa“. Es sei denn man ist selbst Skipper oder Weltklasseschwimmer… Mit wem? Mit der ganzen Familie! Kinder sind von La Cocina“ und der angrenzenden „Playa Francesa“ begeistert. Die Buchten sind karibisch weiß, sanft geschwungen und selbst die Wellen kommen hier leise und rücksichtsvoll an die Küste. Reif für die Insel? Hier gibts die ganze Geschichte

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Wie, Kanaren und Geheimtipp? Auf La Graciosa passt das tatsächlich zusammen (c) Antje Zimmermann

Kultur & Natur im Ruhrgebiet – Essen, die Grüne Hauptstadt Europas

Wann? Essen darf sich das ganze Jahr 2017 als „Grüne Hauptstadt Europas“ fühlen. Warum? Weil das Ruhrgebiet ein faszinierender Ort ist! Geht auch mir so: Ich kenne die Welt und begeistere mich trotzdem immer wieder für das Revier. Etwa für die vielen Tier- und Pflanzenarten, die mittlerweile auf den früheren Industriebrachen leben. Wie wär’s mit einer Amphibien-Führung auf Zeche Zollverein: Hier gibt es hunderte Kreuzkröten, die abendliche Konzerte unterm Förderband geben. Zeche Zollverein ist UNESCO-Welterbe und sicherlich einer der spannendsten Orte in Essen während des Hauptstadt-Jahres. Mit wem? Perfekt, um einmal allein zu reisen. Nach der Rückkehr kann man mit unglaublichen Geschichten und Fotos auftrumpfen. Hunger auf Essen bekommen? Hier gibts mehr zu lesen

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Industrieromantik ist tierisch angesagt: Amphibienführung in der Zeche Zollverein (c) Antje Zimmermann

Das Beste zum Schluss: Der goldene Umweg in Norwegen

Wann? Zwischen Mai und September. Warum? Weil sich Norwegen hier von seiner liebenswertesten und untouristischsten Seite zeigt. Wer den kleinen Abstecher von der Hauptstraße E 6 macht, wird mit ganz intensiven Erlebnissen belohnt: Der Himmel ist so blau, dass er fast künstlich wirkt. Die Stille so intensiv, dass sie irritiert. Und die Luft so klar, dass man unwillkürlich durchatmet. Der „Goldene Umweg“ verläuft durch die Region Inderoy in Mittelnorwegen und bietet Einblicke in das authentische Landleben. Hier habe ich endlich verstanden, was der viel zitierte Begriff „Landlust“ bedeutet. Mit wem? Hier fühlt sich jeder Naturliebhaber wohl – ob Partner, beste Freundin oder die eigenen Eltern. Lust auf die Nordische Kombination? Hier geht’s lang.

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Landlust auf nordisch: Norwegen ist Idylle pur (c) Antje Zimmermann

 

 

 

 

 

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