Loslassen – Krempel, Kram und fiese Gedanken

Fülle ist was schönes – aber sie kann auch belasten. Kaum einer weiß das besser als Constanze Köpp (47) aus Hamburg. Als „Wohnkosmetikerin“ hilft sie seit Jahren Menschen, sich von unnötigen Dingen zu trennen und so die eigene Wohnung sowie das eigene Leben zu entrümpeln. Pünktlich zur Frühjahrsputzsaison erscheint nun ihr neues Buch „Aufgeräumt denken – Nur wer den Kopf frei hat, kann Neues entdecken.“

Trennen von Erinnerungsstücke, Krimskrams und negative Gedanken

Silke traf sich mit Constanze zu einem Interview in einem Café mit dem treffenden Namen „Das Leben isst schön“. Wie genau funktioniert das mit dem Loslassen, das wollte sie wissen. Denn auch wenn der Wunsch nach Freiraum da ist, leicht fällt das Trennen ja nicht …

Loslassen von Erinnerungen fällt schwer

Darf die Kiste mit den Erinnerungen bleiben? (c) www. pixabay.com

Drei Fragen an Constanze Köpp: Wie geht das mit dem Loslassen ?

Ok, ich habe also nun angefangen damit, Ballast loszuwerden. Aber wie schaffe ich das am besten?
Constanze Köpp: Beim Entmisten in der Wohnung hilft es, sich jeden Tag von einem Gegenstand zu verabschieden. Und so geht das auch mit den Gewohnheiten. Jeden Tag ein klein wenig in sich gehen. Nachdenken. Brauche ich das wirklich? Tut es mir gut? Was könnte ich anders machen? Ein wenig so wie das Upgrade beim PC. Die Festplatte des Lebens wird gereinigt. Und das heißt auch, sich von Gewohnheiten und negativen Gedanken trennen. Denn alltägliche Routine engt ein, verhindert Freiheit und neue Ideen. Wichtig ist nicht nur das Um-Denken, sondern auch das Um-Handeln.

Und wo fange ich damit an?
Das neue Handeln, das kann damit anfangen, die Fenster zu öffnen, Frühlingsluft zu schnuppern und gute Musik laut aufzudrehen. Das macht gute Stimmung und dann fällt das Aufräumen leichter. Es kann auch helfen, sich jeden Tag von einem Gegenstand zu trennen. Da kommt im Jahr so einiges zusammen. Und ähnlich kann man auch mit festgefahrenen Ritualen umgehen. Jeden Tag eines. Zum Beispiel morgens statt dem Umdrehen und den zwanzig Minuten dösen lieber zwanzig Minuten draußen spazieren gehen.

Aber was, wenn mich der Mut verlässt? Wenn ich Angst vor der Trennung habe?
Dann sind kleine behutsame Schritte wichtig. Und eben die Frage: Was will ich? Was habe ich zu verlieren? Um ein Beispiel zu nennen: Darf ich den alten Teddy wegwerfen? Ja, denn was ihn besonders macht, sind die Erinnerungen. Wenn ich merke, dass sein Stoff kaputt ist und er Motten anzieht, dann darf er gehen. Aber ich trenne mich nicht von der Erinnerung, die kann ich auch in einem Foto festhalten. Im übertragenen Sinne ist das auch so mit Träumen. Vielleicht komme ich nie nach Neuseeland. Aber ich kann mich fragen: Wofür steht Neuseeland, kann ich vielleicht die unberührte Natur auch woanders finden. Das persönliche Upgrade kann sein, sich auf das zu besinnen, was mir wirklich wichtig ist. Weg mit negativen Gedanken, die nur lähmen. Denn das Leben ist schön!

Loslassen mit Conni Köpp

Aufräumen und Freiräume schaffen als Lebensaufgabe: Conni Köpp (c) C. Köpp

Mehr über Conni Köpp auf ihrer Website: www.wohnkosmetik.de

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