Kosmetikherstellung: High-Tech für die Haut

Wie kommt die Creme in den Tiegel? Wasser, Öl, Wirkstoffe – mixen, abfüllen, fertig? Nicht unbedingt. Das mag so in der Apotheke um die Ecke geschehen, wenn der Hautarzt eine Extra-Mischung angeordnet hat. Kosmetikherstellung geht aber auch anders.

Kosemtikherstellung Labor Beauty Schönheit

Mork vom Ork und seine Freunde? Nein, hier wird Kosmetik hergestellt

 

Haarnetz, Knitterkittel,  blaue Plastikschoner mit Gummiband überspannen die Schuhe. So sieht man aus, wenn man die Kosmetikherstellung von mesoestic betritt. Die Beauty-Company hat ihren Hauptsitz in der Nähe von Barcelona.  Siebzig Mitarbeiter stellen hier Lotions, Cremes, Masken und Sonnenschutz her. Die Verpackungen sehen clean und aufgeräumt aus, und erinnern ein bisschen an medizinische Produkte. Kein Zufall. Denn die werden im Werk bei Barcelona ebenfalls hergestellt. Besonders erfolgreich sind die Ampullen mit den Fillern, die direkt unter die Haut gespritzt werden. Wenn solche Präparate hergestellt werden, müssen strenge Hygienevorschriften eingehalten werden. Zu groß ist die Gefahr, dass sich etwas entzündet oder nicht so wirkt, wie Arzt und Patient sich das wünschen. Da die medizinischen Produkte wie Filler unter dem gleichen Dach wie die Cremes und Lotions, also Produkte die auf der Haut landen, hergestellt werden, hält mesoestetic diese Standards auch bei den Cremes ein.

Kosmetikherstellung Abluftsystem keimfreie Umgebung

Keime haben keine Chance: Ein kompliziertes Belüftungssystem schleust alles raus

Für Menschen, die selten in Labors rumturnen, sieht das futuristisch aus. Ab und zu findet man Monitore, auf denen komplizierte Luftdruckverhältnisse beschrieben sind. „Das ist so geregelt, dass der Luftdruck vom Zentrum der Herstellung nach außen fließt, damit mögliche Verunreinigungen allein dadurch nach draußen geschleust werden können“, erklärt Charles Font, Sohn des Gründers von mesostetic. Auch alles, was Cremes, Wirkstoffe und Wasser berührt, wird ständig wieder sterilisiert und nach jeder Charge frisch und neu eingestellt. Bei den Riesenbottichen kann das mal ein, zwei Tage dauern, bis alle Einzelteile wieder steril zusammengefügt sind.

 

Kosmetikherstellung: höchste Konzentration

Ein paar Räume weiter werden die Cremes in Tiegel, Tuben und Spender abgefüllt und dann sogar zum Teil noch von Hand verpackt. ultimate W+, eine Art Hautaufheller kommt besonders gut in Asien an. Die Serie energy C bekämpft frühe Zeichen der Hautalterung, collagen 360° soll gegen Kollagenverlust wirken und für mehr Spannung sorgen. Stem Cell soll die eigene Abwehrkraft der Haut stärken und schon deutlich sichtbare Falten zu reduzieren. Die fünfte Reihe, radiance DNA, soll bei bereits fies faltiger Haut noch was bringen. Um die vollmundigen Versprechen auch zu halten, bewegen sich Charles Font und seine Mitarbeiter tatsächlich am Rande der Legalität. Denn sie reichern die eigenen Kosmetikprodukte mit exakt so viel aktiven Wirkstoffen an, wie es die europäischen Richtlinien erlauben. Je größer der Anteil dieser Substanzen, desto besser der Effekt. Allerdings darf eine bestimmte Menge nicht überschritten werden. Fast immer arbeiten die Beautyhersteller mit einer Art Sicherheitsabstand, um auch bei den in der Praxis häufigen Schwankungen der tatsächlichen Wirkstoffkonzentrationen auf Nummer sicher gehen zu können. Liegen die Werte über den erlaubten Grenzen, gibt es Ärger und die Charge wird eingezogen. „Bis zu den Grenzwerten ausgereizte Konzentrationen in den Cremes – das traut sich sonst niemand“, sagt Font. „Da unsere Messmethoden und Herstellungsverfahren so modern und exakt sind, können wir es dennoch ruhigen Gewissens riskieren.“

Das war vor 30 Jahren, als sein Vater Joan Font mit der Kosmetikproduktion begann, sicher noch anders. Damals in der Apotheke mitten in Barcelona.

 

Der Besuch im Labor in Barcelona wurde von der Kosmetikfirma mesoestetic unterstützt.

 

2 thoughts on “Kosmetikherstellung: High-Tech für die Haut

  1. Angela Ohde

    Ganz herzlichen Dank für den tollen Einblick in die professionelle Rührküche der Cremeherstellung. Vor einem knappen Jahr hatte ich angefangen selbst zu Rühren und hatte ja keine Ahnung was da alles an Biochemie und Rohstoffkenntnisen auf mich zu kam. Aber im Zuge der Wechseljahre, Hormonumstellung, immer empfindlicher werdender Haut habe ich mich der Herausvorderung gestellt. Ich war nicht mehr bereit große Summen für Maschinenöl und Co. auszugeben. Denn je mehr ich mich in die Inhaltsstoffe der kommerziellen Cremes eingelesen hatte, wunderte mich gar nichts mehr. Vieles ist mehr schein als sein.
    Nach intensiven Recherchen, wollte ich nur eines, haptisch, moderne, naturbelassene Cremes. Das bedeutet, in der Zusammensetzung mich die pflegenden, barriereschützenden, aufbauenden Substanzen auch voll erreichen. Um die individuellen Hauttypen kennenzulernen gab ich viele Tester heraus, erstellte individuelle neue Rezepte und die Resonanz, auf das neue Hautgefühl wird immer größer : )) Ich bin gespannt wohin mich das mit meiner kleinen Rührküche noch führt…….auf jeden Fall in ein sehr tiefes Hautbewußtsein.

    Liebe Grüße
    Angela

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    • Esther Langmaack Post author

      Liebe Angela, vielen Dank für deinen Kommentar. Vielleicht wirst du ja eines Tages eine Pflegereihe herausbringen, und ich darf sie testen? Liebe Grüße von Esther von 40-something.de

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