Filmtourismus: meine Welt der Drehorte


Er ist knallhart, übersteht den halsbrecherischen Flug durch ein Waldstück, rasiert sich dabei die Tragflächen ab und rast über die höchstgelegene Straße der Alpen. In einem Glashaus mitten auf dem Berg rettet 007 die schöne blonde Léa Seydoux. Schon bei der Vorpremiere von Spectre, die ich gemeinsam mit Verena angeschaut habe, wusste ich: Da will ich hin. Bei meinem nächsten Urlaub in den Alpen werde ich einen Abstecher an die genau die Orte machen, an denen Daniel/James alle Attacken abwehren konnte. Ich fahre nach Tirol, genauer nach Sölden. Dort werde ich im  Gourmetrestaurant IceQ im Ötztal etwas essen gehen. Auch wenn das gebratene Zanderfilet 32 Euro kostet. Egal. Der Blick von mehr als 3000 Metern Höhe auf die Berge und das Wissen, das hier einige entscheidende Bond-Szenen gedreht wurden, sind mir das etwas teurere Essen wert.

Filmtourismus 40-something.de 007 Spectre Das IceQ (c) Ötztal Tourismus_Rudi Wyhlidal-9228

Auf den Spuren von James Bond: das IceQ in Sölden (c) Ötztal Tourismus

Warum ich mir so sicher bin, dass ich selbst hinter James Bond herjagen werde? Ich bin auf meinen Reisen immer mal wieder an Orte gekommen, die das Setting für bekannte Filme oder Werbeclips waren. Zum Beispiel reiste ich in Kombadscha nach Angkor Wat. Eigentlich, weil es ohnehin auf meiner Lebensliste stand, seitdem ich in meiner Teenie-Zeit mal eine Reportage darüber sah, aber als ich dann da war, hörte ich auch, dass Angelina Jolie hier wichtige Szenen für Tomb Raider gedreht hat. Gewundert hat es mich nicht. Diese verwunschene Welt aus Steinen und Pflanzen verändert die Besucher schon beim Betreten. Alles wirkt ein bisschen magischer. In Siem Reap, wo man übernachtet, wenn man dorthin reist, fragte ich mich immer wieder, ob Anglina Jolie vielleicht auch in diesem Restaurant war und ob auch sie diesen Zauber des Ortes trotz Dreharbeiten empfunden hat.

Filmtourismus 40-something.de Angkor Wat Tomb Raider Angelina Jolie

Tomb Raider: magisches Setting in Kambodscha (und ein Tourist, der unbedingt fotografiert werden wollte)

Filmtourismus 40-something.de Angkor Wat Tomb Raider

Verfallene Schönheiten: Die Natur erobert die Tempelanlage aus dem 11. Jahrhundert

Filmtourismus Angkor Wat 40-something.de

Nase an Nase: der Klassiker unter den Angkor-Wat-Fotos

Es ist bei mir immer diese kleine Zusatzinfo, die aus den Reisen noch etwas mehr macht. An wie viele Strände erinnere ich mich von meiner Reise in die Dominikanische Republik? An zwei. Einer heißt Samana und klingt schon so schön wie er ist. Den zweiten nenne ich den Bacardi-Strand. Und damit bin ich nicht allein. Auf der Insel Cayo Levantado soll in den Siebzigern der bekannteste Bacardi-Spot gedreht worden sein. Weil die Reise vor der digitalen Fotografie stattfand, habe ich jetzt kein Foto, das ich schnell anschauen könnte. Aber ich weiß noch genau, wie der Strand aussah, dass ich auch hier eine Weile ganz allein sein wollte, um die Stimmung, das Meer und dieses Bacardi-Feeling so richtig einzufangen.

Filmtourismus: das Geheimnis von Martha’s Vineyard

Die Insel Martha’s Vineyard kennen in Deutschland wenige. Zwar wohnten die Kennedys in ihren wichtigsten Zeiten dort und Obama macht hin und wieder Urlaub auf der kleinen Insel vor Massachusetts, aber so richtig viel wissen die Deutschen nicht darüber. Oder doch? Allerdings! Panikszenen am Strand und diese typische Filmmelodie. Richtig. Hier wurde der weiße Hai gedreht. Ich lebte da einen Sommer lang als Au-pair. Das Blöde: Ich wusste von vornherein, dass hier der weiße Hai gedreht wurde und mir war jedes Mal mulmig, wenn ich ins Meer ging. Nicht komisch war mir, als ich mal auf dem Menemsha Pond Wasserski fuhr. Der Binnensee hat nur eine wenige Meter große Öffnung zum Meer und ich freute mich einfach nur, endlich mal wieder auf den Brettern zu stehen. Gut, dass ich erst am nächsten Tag in der Vinyard Gazette erfuhr, dass zu dem Zeitpunkt ein vier Meter großer Hai dort gesichtet wurde. Filmtourismus meets Echt-Hai … Dum, dum, dum, dum.

Boston: Love Story und Ally McBeal

Im Herbst ging es in dem Jahr wieder zurück nach Boston. Ich liebte Cambridge, das auf der anderen Seite des Charles River lag. Hatte ich frei, setzte ich mich für zwei Stationen in die Bahn und fuhr rüber zum Harvard Square, direkt neben der berühmten Uni. Und dann ging ich in die Bibliothek oder lief über den Campus, genau wie Ali MacGraw und Ryan O’Neal in der berühmten Love Story. Zehn Jahre später als ich selbst in Deutschland studierte, verpasste ich nie eine Folge von Ally McBeal. Nicht, weil ich die leicht neurotische, dürre Anwältin so toll fand. Nein, ich wollte unbedingt mein geliebtes Boston wieder sehen. Manchmal sind eben auch die Sehnsuchtsorte zuerst da und dann kommt das große Fernweh wieder, wenn man sie in einem Film sieht.

Mehr Infos:

Was Silke und Verena über den neuen James Bond Spectre denken, lest ihr übrigens hier. Auch Lust, mal die James Bond-Drehorte aus Spectre abzugrasen? Alles über Sölden findet ihr hier! Und noch mehr über James Bond in Tirol.

Restaurant IceQ

Neben der Bergstation der Gaislachkogelbahn befindet sich auf 3.048 Meter das Gourmetrestaurant. Der Architekt Johann Obermoser entwarf die gläserne Skulptur, die an gestapelte Eisblöcke erinnert.

Restaurant Ice Q • 6450 Sölden • +43.664 96 09 368 • 
iceq@central-soelden.atwww.soelden.com

 

Diese Filmtourismus.de-Seite macht ganz viel Lust aufs Reisen! Lohnt sich. Und falls ihr auch „Film-Reisende“ seid, freuen wir uns über viele spannende Tipps von euch.

 

 

 

 

 

 

 

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