Schnell was auf die Löffel – Schlemmen ohne Aufwand

Ein Blick auf die Uhr. Schon wieder so spät. Was koche ich denn heute? Es gibt Tage, da finde ich es richtig spannend, mit den Zutaten, die sich in Kühlschrank und Speisekammer finden, etwa zu brutzeln. Viel zu oft bin ich aber genervt, bereite irgendwie immer die gleichen Standardgerichte zu oder greife zu Schnellgerichten.

Kulinarische Köstlichkeiten ohne lange Planung und Ewiges-in-der-Küche-stehen? Zu schön, wenn das im Alltag möglich wäre. Mit diesem Wunsch bin ich nicht allein. „Eigentlich träumt jeder davon, mit möglichst wenig Kochen traumhafte Ergebnisse zu erzielen“, sagt Ira König aus Hamburg. Die studierte Umwelt- und Gesundheitspädagogin ist leidenschaftliche Köchin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie schreibt Kochbücher wie Ich bring Dich zum Kochen: Wirklich einfache Rezepte für Ungeübte.

Was zaubere ich heute? © Anette Göttlicher

Was zaubere ich heute? © Anette Göttlicher

Ungeübt bin ich ja nicht, aber unwillig. An so einem ganz normalen Wochentag für die Kinder und mich auch noch lange am Herd stehen und vorher zu grübeln, das nervt. Ira Königs Tipp: „Es ist wirklich hilfreich einen Wochenplan zu erstellen. So muss nicht mehr täglich überlegt werden, was denn gekocht werden kann.“ So ein Plan erleichtere nicht nur den Einkauf, sondern auch das Kochen. Man kann sich beispielsweise überlegen, eine Tomatenhackfleischsoße in der vierfachen Menge zu kochen. Eine Portion kann noch am selben Tag zu Nudeln gegessen werden, die zweite wird am nächsten Tag mit Bohnen, Mais und einer Dose Tomaten ein deftiges Chili. Der Rest wird eingefroren, sodass für zwei Tage ein leckeres selbst gekochtes Essen schnell zubereitet werden kann. Hausgemachte Fertiggerichte.

Restefeste einplanen

In meiner Kindheit war die Bunte Pfanne meines Vater berüchtigt und gefürchtet. Alles, was er im Kühlschrank fand, alles an Aufschnitt, Käse, Nudeln und Kartoffeln wurde gnadenlos gemeinsam angebraten. Sojasoße sollte alles zu einer Einheit verkleistern. Mein Bruder und ich flüchteten dann meist schnell mit einer Ausrede. Restefest? Ist bei meinen Kindern ebenfalls nicht beliebt, auch wenn ich nie alles in einen Topf werfe. Und kein Soja daran klatsche. Nudelpfanne mit Brokkoli und Käse ist eines meiner Standardgerichte für Reste.

Geliebte Restpfanne ©Anette Göttlicher

Geliebte Restpfanne ©Anette Göttlicher

Doch es geht köstlicher. Ira König rät, sich schon vor dem Einkauf Gedanken über die Reste zu machen. Im Sinne von einmal kochen, öfter schlemmen.  Brathähnchen- oder Putenbratenreste können am nächsten Tag mit Avocado, Tiefkühlerbsen, Frühlingszwiebeln, Limettensaft und Sweet-Chili-Soße ein exotischer Geflügelsalat oder zu einer asiatischen Pfanne werden. Mit Kokosmilch, Spinat aus der Kühltruhe und Curry ist das schnell gekocht.

Übrig gebliebene Zucchinistücke verwandelt man mit Käse und verquirltem Ei in eine saftige spanische Tortilla. Die Reste von Grießbrei können zu Nocken geformt in Semmelbrösel gewendet und knusprig angebraten werden. Nach dem Braten mit  Zimt und Zucker bestreuen und mit Apfelkompott als leckere Nachspeise servieren.

Letzte Woche habe ich tatsächlich vor dem Einkauf einen Wochenplan aufgestellt. Jedes Familienmitglied durfte ein Gericht bestimmen. Es blieb tatsächlich wenig übrig und das Tiefkühlfach ist nun gut gefühlt. Mit den Resten habe ich dann sogar ganz freiwillig experimentiert – denn ich fand ein paar interessante Seiten im Netz. Unter www. reste-essen.de  ist es möglich, mit einer Suchmaske nach einem Rezept zu suchen, das genau auf die vorhandenen Zutaten angepasst ist. Auch das Verbraucherministerium bietet unter www.zugutfuerdietonne.de einen ähnlichen Service, sogar mit Gratis-App an.

Morgen koche ich eine Bolognese mit viel Nudeln für die Kinder und ein paar Zucchini als Erwachsenenessen. Denn ich versuche gerade, meine Ernährung umzustellen. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

2 thoughts on “Schnell was auf die Löffel – Schlemmen ohne Aufwand

  1. Tafjora

    Vielen Dank, ich fühlte mich direkt angesprochen! Mir geht es ähnlich, was für eine lästige Frage immer und immer wieder, was kochen wir denn heute?
    Das in dem Wochenplan nehme ich mir ja auch immer wieder vor, aber meistens kommt dann doch wieder alles anders als ich es mir vorgenommen habe.
    Die Internetseiten werde ich mir mal ansehen, denn ich hasse es, Essen wegzuschmeißen und bin immer stolz, wenn ich was leckeres zaubern kann.
    Tanja

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    • Silke R. Plagge Post author

      Liebe Tanja,
      dann sind wir schon mal zwei 🙂 Eigentlich plane ich das mit dem Wochenplan auch immmer mal wieder. Reste habe ich da bisher allerdings nicht bedacht. Ab nächste Woche versuche ich es. Ist ja auch nicht so einfach etwas zu finden, das alle mögen, nicht aufwändig ist und trotzdem ein wenig abwechslungsreich. Lieben Gruß, Silke

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