Erste-Hilfe-Maßnahme: Kurs auffrischen!

Ahnungslos und unverbereitet schlenderte ich durch den Supermarkt. Bis ein junger Mann in die Regale krachte. Er war bewusstlos, lag auf dem Boden, war nicht ansprechbar und krampfte. Seine junge Freundin kauerte daneben. Regungslos schaute sie mit großen braunen Augen verzweifelt auf mich und einen jungen Mann, als wir herbeieilten. Als erstes versuchten wir die Notfallnummer 112 anzurufen – und wir kamen nicht durch. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Inzwischen standen fünf, sechs weitere Leute um uns herum. Niemand tat etwas. Tatsächlich greifen nur zwei von zehn Menschen ein, wenn etwas in Deutschland passiert. Weil ich am Telefon war und nicht beide Hände frei hatte, sagte ich den anderen, sie sollten den Mann in eine stabile Seitenlage legen. Keine Reaktion. Als läge eine Lähmung über allem. Am Telefon das Besetztzeichen.

Erste-Hilfe-Maßnahme: stabile Seitenlage

Ich zeigte der Freundin des Mannes, wie sie ihn drehen sollte. Die genauen Handgriffe dieser Erste-Hilfe-Maßnahme wusste ich auch nicht mehr, nur, dass die stabile Seitenlage etwa so aussieht, als schliefe man auf der Seite. Und der Kopf sollte überstreckt sein. Dann kam endlich die Stimme von einem am Nottelefon. Ruhig, kontrolliert stellte der Experte Fragen, gab Anweisungen und nahm so die Panik aus meinem Kopf.

Erste-Hilfe-Maßnahme stabile Seitenlage 40-something.de ©pixabay

Erste-Hilfe-Maßnahme: So sieht eine stabile Seitenlage aus

Schritt für Schritt konnten die Freundin, ein weiterer Helfer und ich den jungen bewusstlosen Mann in dieser Notsituation begleiten. „Sprechen Sie mit dem Mann“, sagte der Notfall-Experte am Telefon. Die Freundin war noch immer geschockt und regungslos, dann fing sie an mit ihm zu sprechen. Die ganze Zeit über war er ohne Bewusstsein, zwischendurch hatte ich Angst, er könnte sterben. Ein scheinbar gesunder, kräftiger, sportlicher Mann, keine vierzig Jahre alt, kippt nicht einfach so um, wenn er kein Diabetiker oder Epileptiker ist. Diese Frage am Notfalltelefon konnte seine Freundin verneinen. Kurz danach trafen die Rettungssanitäter ein. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte. In solchen Stresssituationen verliert sich das Zeitgefühl wie sonst selten. Zuhause angekommen, zitterte ich.

Wer hilft, macht alles richtig

Während der Notsituation war noch alles gut. Ich war ruhig, konnte reagieren, sogar die Rumstehenden anweisen, dass sie bitte den Rettungsmenschen an der Tür sofort den Weg zum richtigen Regal zeigten. Zu Hause war meine Ruhe weg. Ich rief heulend meine Tante und meinen Onkel an, der selbst beruflich auf solche Situationen geschult ist. Er sagte: „Wer hilft, macht alles richtig.“ Am selben Abend nahm ich mir vor, meinen Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen, um besser gewappnet zu sein. Wie die meisten 40-somethings absolvierte ich den Erste-Hilfe-Kurs zur Führerscheinprüfung. Das ist jetzt mittlerweile etwa 30 Jahre her. Und dann ging dieses wichtige Vorhaben wieder im Grundrauschen des Alltags unter. Viel zu lange. Jetzt melde ich mich endlich an.

Wer als 40-something in Zukunft auch handlungsfähiger sein möchte, wenn etwas passiert, findet bei den großen karitativen Organisationen DRK, Johanniter und Malteser schnell eine Übersicht zur richtigen Erste-Hilfe-Maßnahme, Apps und natürlich die Angebote, um Kurse aufzufrischen. Der normale Kurs, den man auch zur Führerscheinprüfung vorlegen muss, kostet rund 30 Euro und dauert einen Tag lang.

 

 

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