Blogstöckchen #WasAndersWäre – wir als Männer?

Christine Finke, Bloggerin und Autorin hat uns über ihren Blog „Mama arbeitet“ ein Blockstöckchen zugeworfen. Geschlechterklischees, festgelegte Rollen? Was bedeutet das eigentlich? Hier unsere Antworten.

Wir sollen auch 6 Blogger bitten, sich auch mit #wasanderswäre und den Fragen auseinander zu setzen, wie anders das Leben sein könnte. Lesen möchten wir gern von:

Was wäre anders in deinem Leben, wenn du ein Mann wärst?

Verena: Ich bin als Mädchen in eine Welt hineingeboren, die von Frauen (Mutter und Großmutter) dominiert wurde und in der Männer nur als Randfiguren vorkamen. Wäre ich ein Junge geworden, wäre unter diesen Umständen vielleicht ein Frauenversteher aus mir geworden – oder auch ein kleiner Macho, der ewig gegen diese Prägung anlebt.

Silke: Ich wäre Ulrich oder Stefan, meine Eltern haben da immer widersprüchlich geantwortet. Vermutlich hätte Uli/Stefan nicht so viel Ärger mit dem Mathelehrer gehabt und eine andere Berufswahl getroffen. Eventuell auch im kreativen Bereich, aber eher in Richtung Architektur.  Vielleicht wäre ich aber auch freier Journalist oder Feuerwehrmann? Das war nämlich meine erste Berufswahl und die erste herbe Enttäuschung als mein Kindergartenfreund erklärte, dass Feuerwehrfrauen zu Hause bleiben und kochen sollen.

Esther: Als kleines Mädchen wollte ich erst Stewardess werden. Später dann Schreiberin. Als Junge hätte ich wohl Pilot werden wollen, weil ich immer die Welt bereisen wollte. Mädchen-Pilotinnen gab es damals noch nicht! Heute unglaublich.

Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?

Verena: Ständig in die Verantwortungsfalle tappen: Auch ohne dass ich gefragt werde fühle ich mich zuständig für den Füllungsgrad des Kühlschrankes, die Schlaftemperatur der Kinder und saubere Bettwäsche, obwohl ich beruflich kaum weniger zu tun habe als mein Mann.

Silke: Schuhe mit hohen Absätzen, Kleider und Röcke tragen. Mein Sohn findet das sehr ungerecht, dass Frauen da viel mehr Freiheiten als Männer haben. Ansonsten fürchte ich, dass ich mich zu viel rechtfertige und mich zu häufig zu verantwortlich fühle.

Esther: Ab und zu mal Highheels tragen, obwohl ich am liebsten in meinen Nikes oder Chucks rumschlurfe.

Welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?

Verena: Wenn ich heute nicht mehr nachts um vier durch leere Gassen einer unbekannten Stadt laufe, dann ist das eher die Ängstlichkeit des Alters als die einer Frau. Mit 20 habe ich so etwas nämlich ständig getan. Genau so wie allein ausgehen, allein reisen, oder die Initiative ergreifen, wenn ein Mann mir gefällt.

Silke: Ich war da auch früher schon etwas ängstlich und vermeide eher dunkle leere Straßen. Ansonsten bin ich sehr froh, als Frau im 21. Jahrhundert in  Europa leben zu dürfen.

Esther: Gar keine.

Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?

Verena: Als junge Frau habe ich es gehasst, wenn ältere Männer in beruflichen Zusammenhängen diesen gönnerhaften „Mädel-ich-erklär-dir-die-Welt“-Ton an den Tag legten. Jetzt bin ich 45 und aus dem Alter raus.

Silke: Klein, ein wenig rundlich, blond =  niedlich, harmlos und lieb.  Es hat mich immer sehr genervt, wenn ich von meinem Gegenüber in so eine Schublade gesteckt wurde. Mittlerweile bin ich da souverän und einfach nicht mehr ganz so lieb.

Esther: Wenn ich auf Machos treffe. Außerdem finde ich es nach wie vor skandalös, dass Männer für die gleichen Jobs mehr Geld verdienen als Frauen.

In welcher Situation war es von Vorteil, zur Gruppe der Frauen zu gehören?

Verena: Es ist angenehm, wenn Männer ohne Hintergedanken ihren Charme spielen lassen. Ich habe z. B. einmal sehr selbstverständlich auf einem Langstreckenflug den einzigen Business-Sitz bekommen, während sich zwei körperlich größere Männer in der Economy zusammengefaltet haben. So etwas kann ich genießen.

Silke:  Ich erlebe Netzwerken unter Frauen als sehr positiv und als wahre Bereicherung. Heute sehe ich es auch als Vorteil, wenn ich als harmlos eingeschätzt werde, da kann ich immer noch überraschen.

Esther: Mir hat ein junger Typ, so um die 20, mal die schwere Reisetasche eine Rolltreppe hochgetragen, als die ausgefallen war. Das fand ich sehr charmant und hilfsbereit. Ich freue mich, wenn Männer helfen, sobald es rein um die körperliche Kraft geht.

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Verena: Tja. Gibt es Situationen, in denen es keine Rolle spielt, dass ich hellhäutig bin? Deutsch? Heterosexuell? Mutter? Autorin? Frau zu sein ist eine der zentralen Eigenschaften, die mich ausmacht, aber ich finde es schwer, sie aus dem Bündel der anderen herauszulösen und zu sagen: Dort ist Geschlecht entscheidender als dort.

Silke: Da geht es mir wie Verena. Frausein ist ein Teil von mir. Und es prägt meine Wahrnehmung und letztlich auch meine Handlungen.  Sicher nicht immer bewusst, aber ich kann da keine konkreten Situationen herauspicken.

Esther: Ich sehe das etwas anders als Verena und Silke. Wenn es um derbe Witze, intelligente Diskussionen über Politik, Gesellschaft, Medien und viele andere allgemeine Dinge wie Design oder gutes Essen geht, sehe ich überhaupt keine Unterschiede. Und ganz wichtig: Bei der Qualität der Arbeit, außer wenn vielleicht Steine geschleppt und Mauern eingerissen werden sollen.

 

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